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Keyword-Recherche: Schritt-für-Schritt-Anleitung für lokale Dienstleister

Tim Seidel 1. April 2026 5 Min. Lesezeit
Keyword-Recherche: Schritt-für-Schritt-Anleitung für lokale Dienstleister

Eine Keyword-Recherche läuft in klaren Schritten ab: Seeds sammeln, Suchintention klären, mit kostenlosen Tools erweitern, Volumen gegen Wettbewerb abwägen, Long-Tail und lokale Modifier ergänzen und am Ende jedes Keyword genau einer Seite zuordnen. Für lokale Dienstleister sind Kombinationen aus Leistung und Stadt der wertvollste Teil.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Schritt 1: Seeds sammeln
  2. Schritt 2: Suchintention klären
  3. Schritt 3: Mit kostenlosen Tools erweitern
  4. Schritt 4: Volumen gegen Wettbewerb abwägen
  5. Schritt 5: Long-Tail und lokale Modifier nutzen
  6. Schritt 6: Keywords den Seiten zuordnen
  7. Schritt 7: Kannibalisierung vermeiden
  8. Aus der Recherche werden Seiten

Das Wichtigste in Kürze

  • Starte mit Seeds aus deinen Leistungen, dann erweitere mit Google Suggest, Keyword Planner und Search Console.
  • Vor dem Volumen kommt die Suchintention. Ein Keyword ist nur dann gut, wenn dahinter ein zahlender Bedarf steckt.
  • Long-Tail plus lokale Modifier (Leistung + Stadt) bringt die qualifiziertesten Anfragen und ist leichter zu ranken.
  • Ordne jedes Keyword genau einer Seite zu. Zwei Seiten für dasselbe Keyword führen zu Kannibalisierung und schwächen beide.

Keyword-Recherche klingt nach Tool-Gefummel und Tabellen, ist im Kern aber eine simple Frage: Welche Wörter tippen deine Kunden bei Google ein, kurz bevor sie dich brauchen? Beantwortest du das sauber, baust du deine Seiten genau auf diese Suchen aus und wirst gefunden, wenn jemand mit echtem Bedarf sucht. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch die Keyword-Recherche, zugeschnitten auf lokale Dienstleister, die Anfragen aus ihrer Region wollen.

Schritt 1: Seeds sammeln

Seeds sind deine Start-Begriffe, aus denen alles Weitere wächst. Setz dich hin und schreib auf, was du anbietest, in der Sprache deiner Kunden, nicht in deiner Fachsprache. Quellen für gute Seeds:

  • Deine Leistungen und Produkte, jeweils als eigener Begriff
  • Probleme, die Kunden zu dir bringen (“Heizung tropft”, “Zahn tut weh”)
  • Formulierungen aus echten Kundenanfragen, E-Mails und Telefonaten
  • Begriffe von den Seiten direkter Wettbewerber

Zwanzig bis dreißig Seeds reichen für den Start. Wichtig ist die Bandbreite: ein und dieselbe Leistung heißt beim Kunden mal “Wurzelbehandlung”, mal “Zahn ist abgestorben”. Beide gehören auf die Liste.

Das Suchergebnis, auf das deine Keyword-Recherche am Ende einzahlt.

Schritt 2: Suchintention klären

Bevor du auch nur ein Suchvolumen anschaust, klärst du die Suchintention: Was will der Mensch hinter der Suche eigentlich? Grob gibt es vier Typen:

  • Informativ: sucht Wissen (“wie funktioniert eine Wärmepumpe”)
  • Kommerziell: vergleicht vor dem Kauf (“beste Heizung Altbau”)
  • Transaktional: will jetzt handeln (“Heizung Notdienst Mannheim”)
  • Navigational: sucht eine bestimmte Marke oder Seite

Für lokale Dienstleister sind transaktionale und kommerzielle Suchen das Gold: Dahinter steckt jemand mit konkretem Bedarf. Informative Keywords sind nicht wertlos, sie ziehen Traffic und bauen Vertrauen auf, bringen aber selten direkt eine Anfrage. Sortiere deine Seeds nach Intention, bevor du weitermachst. Ein Keyword mit kleinem Volumen und klarer Kaufabsicht schlägt eines mit großem Volumen und reiner Neugier.

Schritt 3: Mit kostenlosen Tools erweitern

Jetzt baust du deine Liste aus. Drei kostenlose Werkzeuge reichen für lokale Dienstleister völlig:

  • Google Suggest: Tippe deine Seeds in die Google-Suche und schau, was sich automatisch vervollständigt. Das sind echte, häufige Suchen. Ergänze Buchstaben (a, b, c) hinter dem Begriff, um mehr Vorschläge zu kitzeln.
  • Google Keyword Planner: Im kostenlosen Google-Ads-Konto bekommst du Volumen-Spannen und verwandte Begriffe. Die Zahlen sind grob, reichen aber, um Größenordnungen einzuschätzen.
  • Google Search Console: Wenn deine Seite schon online ist, zeigt dir die Search Console, für welche Suchanfragen du heute schon erscheinst. Diese realen Daten sind oft die besten Ideen, vor allem die Suchen, bei denen du auf Seite zwei stehst.

Schreib jeden brauchbaren Begriff in eine einfache Tabelle, zusammen mit der Intention aus Schritt 2.

Schritt 4: Volumen gegen Wettbewerb abwägen

Jetzt erst kommen die Zahlen ins Spiel. Für jedes Keyword schaust du zwei Dinge an: das ungefähre Suchvolumen und wie hart der Wettbewerb in den Suchergebnissen ist. Die ehrliche Wahrheit für eine junge oder kleine Seite: Du gewinnst nicht über die großen, hart umkämpften Begriffe, sondern über die spezifischen.

Ein Beispiel: “Zahnarzt” hat riesiges Volumen, ist aber praktisch unrankbar und für dich als lokalen Anbieter ohnehin zu breit. “Angstpatient Zahnarzt Mannheim” hat ein Bruchteil des Volumens, aber kaum Wettbewerb und eine klare Kaufabsicht. Genau dort schlägst du zu. Suchvolumen ist nur dann wertvoll, wenn du realistisch ranken kannst und die Intention passt.

Schritt 5: Long-Tail und lokale Modifier nutzen

Hier liegt für lokale Dienstleister der größte Hebel. Ein Long-Tail-Keyword ist eine längere, spezifischere Suchphrase mit kleinerem Volumen, aber deutlich höherer Kaufabsicht und weniger Wettbewerb. Kombiniere deine Leistung mit lokalen Modifiern:

  • Leistung + Stadt: “Wärmepumpe Installation Heidelberg”
  • Leistung + Stadtteil: “Steuerberater Mannheim Neckarstadt”
  • Leistung + “in der Nähe”: “Notdienst Heizung in der Nähe”
  • Problem + Ort: “Rohrbruch Sofortdienst Ludwigshafen”

Solche Kombinationen bringen die qualifiziertesten Anfragen, weil der Suchende Leistung und Ort schon zusammendenkt. Sie sind außerdem leichter zu ranken als die kurzen Hauptbegriffe. Bau für deine wichtigsten Leistung-Stadt-Kombinationen jeweils eine eigene Seite.

Head- vs. Long-Tail-Keywords im Vergleich

MerkmalHead-KeywordLong-Tail-Keyword
Beispiel”Heizung""Heizung Notdienst Mannheim Wochenende”
SuchvolumenHochNiedrig
WettbewerbSehr hochNiedrig
KaufabsichtUnklarHoch
Rankbar für kleine SeitePraktisch neinJa
Conversion-RateNiedrigHoch

Die Summe vieler Long-Tail-Suchen ergibt am Ende oft mehr qualifizierten Traffic als ein einziges Head-Keyword, das du sowieso nicht gewinnst.

Schritt 6: Keywords den Seiten zuordnen

Eine fertige Keyword-Liste ist erst die halbe Miete. Jetzt ordnest du jedes Keyword genau einer Seite zu, das nennt sich Keyword-Mapping. Faustregel: ein klares Haupt-Keyword pro Seite, dazu eine Handvoll eng verwandter Varianten, die dieselbe Suchintention bedienen.

Gruppiere dazu deine Keywords nach Thema und Intention. “Wärmepumpe Kosten” und “Wärmepumpe Preis” gehören auf dieselbe Seite, weil dahinter dieselbe Frage steckt. “Wärmepumpe Installation” und “Wärmepumpe Wartung” sind zwei verschiedene Bedürfnisse und brauchen zwei Seiten. So entsteht aus der Recherche direkt deine Seitenstruktur.

Schritt 7: Kannibalisierung vermeiden

Der häufigste Fehler nach der Recherche: zwei oder mehr Seiten zielen auf dasselbe Keyword. Das ist Keyword-Kannibalisierung. Google weiß dann nicht, welche deiner Seiten ranken soll, spielt mal die eine, mal die andere aus, und beide bleiben schwach. Du konkurrierst gegen dich selbst.

So vermeidest du das:

  • Führe eine zentrale Liste, welche Seite welches Haupt-Keyword besitzt
  • Bevor du eine neue Seite anlegst, prüfe, ob das Keyword schon vergeben ist
  • Findest du zwei Seiten zum selben Begriff, führe sie zusammen oder schärfe die Intention der einen
  • Verlinke thematisch verwandte Seiten sinnvoll untereinander, statt sie konkurrieren zu lassen

Wenn jedes Keyword genau ein Zuhause hat, arbeiten deine Seiten zusammen statt gegeneinander.

Aus der Recherche werden Seiten

Eine saubere Keyword-Recherche ist kein Selbstzweck, sie ist der Bauplan für deine Website. Aus den Seeds wird eine Liste, aus der Liste eine nach Intention und Thema sortierte Struktur, und aus dieser Struktur deine Seiten. Jede Leistung-Stadt-Kombination, die du gefunden hast, kann eine eigene Landingpage werden, die genau diese Suche bedient.

Im nächsten Schritt schreibst du diese Seiten so, dass sie die Suchintention wirklich treffen. Wie du aus einem zugeordneten Keyword einen Text machst, der rankt und konvertiert, liest du im Beitrag SEO-Texte schreiben. Mach die Recherche einmal gründlich, dann hast du eine Landkarte, an der du monatelang weiterbauen kannst.

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Häufige Fragen

Brauche ich teure Tools für die Keyword-Recherche?+
Nein. Für lokale Dienstleister reichen Google Suggest, der Google Keyword Planner und die Google Search Console, alle kostenlos. Bezahltools liefern bequemere Daten und Wettbewerbswerte, sind aber kein Muss, um sauber zu starten.
Was ist wichtiger: Suchvolumen oder Suchintention?+
Die Suchintention. Ein Keyword mit 50 Suchen im Monat und klarer Kaufabsicht bringt dir mehr Aufträge als eines mit 5.000 reinen Info-Suchen. Prüfe immer zuerst, was der Suchende eigentlich will, und erst danach das Volumen.
Was sind lokale Modifier?+
Lokale Modifier sind Orts- und Umgebungszusätze, die du an deine Leistung anhängst, etwa „in Mannheim“, „in der Nähe“ oder ein Stadtteilname. Sie machen aus einem breiten Keyword eine konkrete, qualifizierte Suche mit hoher Kaufabsicht.
Was bedeutet Keyword-Kannibalisierung?+
Kannibalisierung entsteht, wenn zwei oder mehr deiner Seiten dasselbe Keyword anvisieren. Google weiß dann nicht, welche Seite ranken soll, und beide verlieren Sichtbarkeit. Die Lösung: jedes Keyword genau einer Seite zuordnen.
Wie viele Keywords sollte ich pro Seite anvisieren?+
Ein klares Haupt-Keyword pro Seite, dazu eine Handvoll eng verwandter Varianten, die dieselbe Suchintention bedienen. Versuch nicht, mehrere unterschiedliche Themen auf einer Seite unterzubringen, das schwächt das Ranking für jedes davon.
Tim Seidel

SEO-Operator aus dem Raum Heidelberg/Mannheim. Ich baue SEO, das Anfragen bringt, für Industrie, Mittelstand und lokale Dienstleister, direkt und ohne Agentur-Apparat. Mehr über mich →