StartRatgeber › SEO-Grundlagen
SEO-Grundlagen

SEO-Audit selbst machen: die komplette Checkliste

Tim Seidel 20. Mai 2026 6 Min. Lesezeit
SEO-Audit selbst machen: die komplette Checkliste

Ein SEO-Audit ist die systematische Prüfung deiner Website auf alles, was Rankings kostet oder bringt. Du gehst sechs Blöcke durch: Technik, On-Page, Content, lokale Signale, Backlinks und KI-Suche. Diese Checkliste zeigt jeden Prüfpunkt als Frage, die du mit Ja oder Nein beantwortest.

Inhalt dieses Beitrags
  1. Block 1: Technik und Indexierung
  2. Block 2: Ladezeit und Core Web Vitals
  3. Block 3: On-Page
  4. Block 4: Content und Keywords
  5. Block 5: Lokale Signale
  6. Block 6: Backlinks und KI-Suche
  7. Befunde priorisieren: was zuerst
  8. So nutzt du diese Checkliste

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein SEO-Audit beantwortet eine Frage: Was hindert deine Seiten gerade am Ranken und was fehlt zum Ranken.
  • Arbeite die sechs Blöcke der Reihe nach ab. Technik zuerst, weil ein nicht indexierbarer Inhalt nie rankt, egal wie gut er ist.
  • Priorisiere nach Wirkung mal Aufwand. Ein blockierter Crawler ist ein Sofort-Fix, ein fehlender Backlink ein Langfrist-Projekt.
  • Du brauchst nur drei kostenlose Tools für 90 Prozent: Google Search Console, PageSpeed Insights und einen Blick in den Quelltext.
  • Ein Audit ohne Umsetzungsplan ist nur eine Liste. Schreib zu jedem Nein eine konkrete Aufgabe mit Frist.

Ein SEO-Audit ist keine Geheimwissenschaft. Es ist eine strukturierte Bestandsaufnahme, die zwei Dinge beantwortet: Was hindert deine Seiten gerade am Ranken und was fehlt ihnen, um besser zu ranken. Der Fehler, den fast jeder macht, ist im falschen Block anzufangen. Leute schreiben neue Texte, obwohl ihre Seite gar nicht indexiert ist. Sie kaufen Backlinks, obwohl die Ladezeit bei sechs Sekunden liegt. Diese Checkliste geht die sechs Blöcke in der Reihenfolge durch, in der sie zählen. Du beantwortest jede Frage mit Ja oder Nein, und jedes Nein wird zu einer Aufgabe.

Block 1: Technik und Indexierung

Hier fängst du an, immer. Eine Seite, die Google nicht crawlen oder indexieren kann, rankt unter keinen Umständen, egal wie gut der Inhalt ist. Das ist die häufigste Ursache für Seiten, die in keinem Ergebnis auftauchen.

  • Ist deine wichtigste Seite indexiert? Tippe site:deinedomain.de bei Google ein. Tauchen deine Kernseiten auf? Wenn nicht, hast du ein Indexierungsproblem.
  • Hast du Zugriff auf die Google Search Console? Falls nein, ist das dein erster Schritt. Ohne sie auditierst du im Blindflug.
  • Zeigt die Search Console unter „Seiten“ viele „nicht indexierte“ URLs? Klick rein und sieh dir die Gründe an. „Durch noindex ausgeschlossen“ oder „Blockiert durch robots.txt“ sind ernste Befunde.
  • Existiert eine sitemap.xml und ist sie in der Search Console eingereicht? Ruf deinedomain.de/sitemap.xml auf. Kommt eine Liste deiner Seiten?
  • Blockiert deine robots.txt versehentlich wichtige Bereiche? Ruf deinedomain.de/robots.txt auf und prüfe, ob dort Disallow: vor Pfaden steht, die eigentlich ranken sollen.
  • Läuft die Seite komplett über HTTPS? Steht ein Schloss-Symbol in der Adresszeile und leiten alle HTTP-Adressen sauber weiter?
  • Gibt es kaputte Links oder 404-Fehler? Die Search Console listet sie. Viele tote Links signalisieren eine vernachlässigte Seite.

Wenn du tiefer einsteigen willst, was hinter diesen Punkten steckt, lies den Leitfaden zu technischem SEO und zur Indexierung.

Technik wie die Core Web Vitals ist ein fester Block jeder Audit-Checkliste.

Block 2: Ladezeit und Core Web Vitals

Geschwindigkeit ist ein Rankingfaktor und ein Conversion-Faktor zugleich. Eine langsame Seite verliert Besucher, bevor sie überhaupt etwas gelesen haben.

  • Liegt der PageSpeed-Insights-Wert mobil über 50? Gib deine URL bei PageSpeed Insights ein. Mobil ist wichtiger als Desktop.
  • Sind die Core Web Vitals im grünen Bereich? LCP unter 2,5 Sekunden, CLS unter 0,1, INP unter 200 Millisekunden. PageSpeed zeigt dir alle drei.
  • Sind deine Bilder komprimiert? Ein einzelnes Foto über 1 MB bremst die ganze Seite. Moderne Formate wie WebP sind Pflicht.
  • Springt das Layout beim Laden herum? Wenn Buttons oder Text nach dem ersten Anzeigen verrutschen, hast du ein CLS-Problem.

Wie du diese Werte konkret verbesserst, steht im Ratgeber Core Web Vitals verbessern.

Block 3: On-Page

On-Page ist alles, was du direkt auf der Seite steuerst. Das ist der Block mit dem besten Verhältnis aus Aufwand und Wirkung, weil du jeden Punkt selbst und sofort ändern kannst.

  • Hat jede wichtige Seite einen einzigartigen Title-Tag mit dem Hauptkeyword? Kein „Startseite“, kein doppelter Titel über mehrere Seiten.
  • Ist die Meta-Description vorhanden, unter 160 Zeichen und macht sie Lust auf den Klick?
  • Gibt es genau eine H1 pro Seite, die das Thema klar benennt?
  • Sind die Überschriften logisch verschachtelt? H1, dann H2 für Abschnitte, dann H3 darunter. Keine Sprünge.
  • Beschreiben die URLs den Inhalt? /seo-audit-checkliste schlägt /seite?id=4471 deutlich.
  • Haben deine Bilder Alt-Texte?
  • Verlinkst du intern sinnvoll zwischen verwandten Seiten? Interne Links verteilen Relevanz und führen Besucher weiter.

Block 4: Content und Keywords

Hier geht es um die Substanz. Technik bringt die Seite ins Rennen, der Content gewinnt es. Sieh dir jede wichtige Seite einzeln an, nicht die Website als Ganzes.

  • Steht hinter jeder Seite ein konkretes Suchwort, nach dem Menschen wirklich suchen? Falls du das nicht beantworten kannst, fehlt die Keyword-Recherche.
  • Deckt der Inhalt die Suchabsicht ab? Wer „seo audit“ sucht, will eine Anleitung, kein Verkaufsgespräch. Passt dein Inhalt zur Erwartung?
  • Ist der Text ausführlich genug, um die Frage komplett zu beantworten? Dünner Content, der nichts Neues sagt, rankt nicht.
  • Gibt es doppelte oder fast gleiche Inhalte? Zwei Seiten zum selben Thema kannibalisieren sich gegenseitig.
  • Ist der Inhalt aktuell? Veraltete Jahreszahlen, tote Angebote und alte Preise schaden Vertrauen und Ranking.
  • Beantwortest du echte Nutzerfragen direkt? Ein FAQ-Abschnitt mit klaren Antworten hilft Lesern und der Sichtbarkeit in der Suche.

Block 5: Lokale Signale

Diesen Block brauchst du nur, wenn du Kunden in einer Region bedienst. Für lokale Unternehmen ist er oft der wichtigste überhaupt, weil hier die meisten Termine herkommen.

  • Hast du ein vollständig ausgefülltes Google-Unternehmensprofil? Kategorie, Öffnungszeiten, Telefon, Fotos, Beschreibung.
  • Stimmen Name, Adresse und Telefonnummer überall exakt überein? Auf der Website, im Profil, in Verzeichnissen. Schon eine abweichende Schreibweise stiftet Verwirrung.
  • Sammelst du regelmäßig echte Bewertungen? Menge und Aktualität der Rezensionen zählen.
  • Nennst du Stadt und Region im Seitentext, in Titeln und Überschriften?
  • Hast du eine eigene Seite pro Standort, wenn du mehrere bedienst?

Mehr zur Systematik dahinter im Glossar unter lokale SEO.

Der letzte Block teilt sich in zwei Themen, die beide nach außen zeigen: Wer verlinkt auf dich, und wie sichtbar bist du in KI-Antworten.

  • Verweisen überhaupt fremde Seiten auf deine? Ohne Backlinks fehlt deiner Domain Autorität. Kostenlose Tools wie die Search Console zeigen dir einen Teil der verweisenden Domains.
  • Sind die Links thematisch passend und seriös? Ein Link von einer fachlich verwandten, echten Seite ist mehr wert als zehn von Linkfarmen.
  • Stehen die Namen deiner Branche und deiner Stadt in deinem Profil bei Branchenverzeichnissen?
  • Beantwortet deine Seite Fragen so klar, dass eine KI sie zitieren könnte? KI-Antwortmaschinen wie ChatGPT oder die Google-KI greifen Inhalte auf, die direkt und faktenklar eine Frage beantworten. Klare Definitionen, FAQ-Abschnitte und strukturierte Aussagen helfen.
  • Wirst du in KI-Antworten erwähnt, wenn du nach deinem Thema fragst? Stell ChatGPT oder Perplexity eine Frage aus deinem Bereich und sieh, ob du oder deine Wettbewerber genannt werden.

Befunde priorisieren: was zuerst

Jetzt hast du eine Liste aus Ja und Nein. Eine Liste allein bringt keine Rankings. Du priorisierst nach Wirkung mal Aufwand. Ein Problem, das viel bringt und schnell behoben ist, kommt zuerst.

PrioritätBeispiel-BefundWarum zuerst
SofortWichtige Seite nicht indexiert, Crawler blockiertOhne Fix rankt nichts, der Aufwand ist gering
HochFehlende Title-Tags, langsame Ladezeit, dünner ContentGroße Wirkung, du steuerst es selbst
MittelUnvollständiges Unternehmensprofil, fehlende interne LinksSpürbar, aber nicht überlebenswichtig
LangfristigBacklink-Aufbau, KI-Sichtbarkeit ausbauenWichtig, aber dauert Monate und liegt teils außerhalb deiner Kontrolle

Faustregel: Erst alle Sofort-Befunde abräumen, dann den Hoch-Block über ein paar Wochen, dann den Rest planen. Schreib zu jedem Nein eine konkrete Aufgabe mit Verantwortlichem und Frist. Aus „Meta-Description fehlt“ wird „Bis Freitag für die fünf wichtigsten Seiten Meta-Descriptions schreiben“. So wird aus dem Audit ein Plan.

So nutzt du diese Checkliste

Diese Checkliste ist kostenlos und du darfst sie behalten. Geh sie einmal komplett durch, bevor du irgendeine SEO-Maßnahme startest. Sie verhindert den teuersten Fehler im SEO: Energie in den falschen Block stecken, während das eigentliche Problem woanders liegt. Wenn du beim Durcharbeiten merkst, dass du die Bestandsaufnahme zwar hinbekommst, aber bei der Umsetzung der technischen Befunde feststeckst, ist das der Punkt, an dem ein Profi günstiger ist als monatelanges Ausprobieren. Den ganzen Prozess von Audit bis Umsetzung im Eigenregie beschreibt der Ratgeber SEO selbst machen.

Kostenlose Checkliste

Hol dir die SEO-Checkliste, kostenlos.

Ich schaue mir kostenlos an, wo du bei Google und in der KI-Suche stehst, und sage dir in Klartext, welche Hebel bei dir am schnellsten wirken. Antwort in 24 Stunden, kein Pitch.

Checkliste & Audit anfordern →

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein SEO-Audit?+
Ein gründliches Selbst-Audit einer kleinen Website kostet dich vier bis acht Stunden, verteilt auf ein paar Tage. Die Technik-Prüfung geht schnell, der Content-Teil dauert am längsten, weil du dir jede wichtige Seite einzeln ansiehst.
Welche Tools brauche ich für ein SEO-Audit?+
Für den Großteil reichen drei kostenlose Werkzeuge: die Google Search Console für Indexierung und Klicks, PageSpeed Insights für Ladezeit und Core Web Vitals, und der Quelltext deiner Seite per Rechtsklick. Backlink-Daten sehen kostenlose Tools nur begrenzt.
Wie oft sollte ich ein SEO-Audit machen?+
Ein volles Audit einmal pro Jahr reicht für die meisten kleinen Unternehmen. Die Search Console solltest du monatlich kurz prüfen, weil dort technische Probleme und Indexierungsfehler zuerst auftauchen.
Kann ich ein SEO-Audit ohne Vorkenntnisse machen?+
Ja, für die Bestandsaufnahme schon. Diese Checkliste führt dich durch jeden Punkt als einfache Ja-Nein-Frage. Schwieriger wird die Umsetzung mancher technischer Fixes, da ist je nach Befund ein Entwickler oder ein Profi sinnvoll.
Was ist der Unterschied zwischen Audit und SEO-Maßnahmen?+
Das Audit ist die Diagnose, die Maßnahmen sind die Behandlung. Erst prüfst du, was kaputt oder nicht vorhanden ist, dann setzt du in der richtigen Reihenfolge um. Ohne Audit arbeitest du blind und behebst oft die falschen Dinge zuerst.
Tim Seidel

SEO-Operator aus dem Raum Heidelberg/Mannheim. Ich baue SEO, das Anfragen bringt, für Industrie, Mittelstand und lokale Dienstleister, direkt und ohne Agentur-Apparat. Mehr über mich →